Paula spricht wieder einmal: Besonders viel interessantes bietet mein Leben gerade nicht, wahrscheinlich hab ich deshalb am Wochenende etwas die Kontrolle verloren. Stefan konnte mich am Samstag morgen nicht küssen, weil ich so eine gin-tonic-Fahne hatte! Und ich lag wimmernd im Bett, schon beim Gedanken an Wasser trinken wurde mir flau im Magen. Das kam so: der Freitagabend begann mit einer sehr gesitteten Grillparty am Zürichberg, setzte sich fort in der "größten WG der Schweiz" einer alten Villa mit 30 Bewohnern, die ihr zu Hause ein mal im Jahr in eine Riesendisko verwandeln. Stefan fand es aber nicht lustig dort, als Hahn im Korb mit mir, Sonam und Kade. Also fuhren wir in eine kleine Bar im Rotlichtviertel, wo Bligg, ein schweizer Rapper seine CD-Release feierte. Wobei feiern das falsche Wort war, es standen nur ein paar todernste Gangster herum, bis wir drei Mädels angeschwippst und tanzwütig in die Bar torkelten. Der Dj hatte natürlich seine Freude, damit hatte er nicht mehr gerechnet. Jedenfalls hatten wir die grandiose Idee, immer weiter Longdrinks zu trinken und dem Dj zu erzählen, dass wir ihn definitv für unsere nächste Party buchen. Wie das so ist, beim Tanzen merkt man nicht, wie der Alkoholpegel steigt und steigt. Der arme Stefan, stocknüchtern, weil mit Auto unterwegs musste sich dann auf dem Heimweg mein wirres Gerede anhören und die Nacht neben einer Schnappsleiche verbringen.
Am nächsten Morgen war an Lernen nicht zu denken, schon das Mittagessen mit meinem Onkel stellte eine echte Herausforderung für Kopf und Magen dar. Anschließend direkt ins Bett, 2 Stunden geschlafen um fit zu sein fürs Clueso- Konzert. Das hat sich gelohnt, kann ich euch sagen! Wenn ihr irgendwann mal die Gelegenheit habt, ihn live zu hören, unbedingt hin. Eine Hammerstimme hat der Süße, geistreiche Texte und ne super live-Band, Sonam und ich lauschten schmachtend und mit Eistee sitzend und entschieden, dass wir den Abend nicht besser hätten verbringen können.
Um mich mit Stefan ins Bettchen legen zu können, musste aber eine weitere Hürde überwunden werden. Also weiter zum i-pod battle: 2 teams treten gegeneinander an, bewaffnet mit je einem i-pod, im Wechsel bekommen sie je eine Minute, um in dieser Zeit das Publikum anzuheizen. Wer mehr Applaus bekommt, gewinnt. Schräge Verkleidung, langen Gästelisten und keine Belüftung sorgten für ein tropisches Partybiotop. Ich atmete erleichtert auf, als Adrian, Stefans Freund, endlich rausflog, denn dann konnten wir nach Hause gehen.
Mein Ausgeh - Bedürfnis ist nach diesem Wochenende sehr gründlich gestillt und ich kann mich mit vollem Elan auf die VWL-Bücher stürzen. Zur Zeit hat mich auch wirklich der Ehrgeiz gepackt, ich bin ziehmlich konsequent -bis auf Ausnahmen, s.o. - und fleißig in der Uni. Es macht eben doch mehr Spass, wenn man sich VOR der Vorlesung informiert hat, was die griechischen Buchstaben auf den Powerpointfolien bedeuten, oder was Montesquieu über die Demokratie geschrieben hat.
Ich drücke euch alle ganz fest und möchte eine abschließende Frage in den Raum stellen: Geht jemand mit mir Pommes essen auf dem Herdermer Hock (15. - 18. Juni)?