Donnerstag, April 19, 2007

Auf Urlaub

So liebe Mädchen, nachdem Fee mich am Telefon abgewürgt hat weil sie lieber „Türkisch für Anfänger“ gucken will anstatt mit mir, nach Wohochen zu telefonieren, kommt ihr, liebe Mädchen, in den Genuss eines weiteren Blogeintrags, diesmal von der Saase. Zeit ists ja für ein kleines Update auch wenn es eher in Form von „Mein schönstes Ferienerlebnis“ sein wird. Also: Die letzte Woche habe ich ja, wie manche von euch vielleicht wissen, auf einem von Ebbe gesponserten Segeltörn im südfranzösischen Mittelmeer verbracht (Photos folgen). Organisiert wurde der Törn von einer Karlsruher Segelschule mit dessen Leiter Ebbe befreundet ist. So. Das Ganze begann also Samstag vor einer Woche. Bis dahin kannte ich nur die Namen meiner Mitsegler bzw. der Leute auf meinem Boot. Die lauteten Jürgen, Helga, Andrea und Hermann. Ich war also auf’s Schlimmste gefasst. Nachdem ich die betreffenden Leute Samstagnachmittag bevor es losging dann das erste Mal gesehen hatte war ich nicht unbedingt zuversichtlicher. Es stellte sich heraus, dass sich zu Jürgen (43), von Beruf irgendwas mit Ampeltechnik zu tun, Andrea (37) im fünften Monat schwanger, Typ: Frohnatur, Helga (47) ihre stets um ihr Wohl bemühte beste Freundin, beide Sonderschulpädagoginnen, Hermann (53), keine Ahnung was von Beruf auf jedenfalls arbeitet er „mit der Flex“ und ist Hobbybauer noch Hannes (juhu 24), Wirtschaftsinformatikstudent mit an Bord gesellte. Bei der Kabinenvergabe, drei an der Zahl kamen dann erste Probleme auf. Da sich weder Hannes und Jürgen, die sich übers Segeln gut kennen, noch Helga und Andrea trennen wollten, blieben Hermann und ich übrig. Ich weigerte mich natürlich standhaft mit ihm eine 2x2.5m große Kabine mit gemeinsamem Bett zu teilen. Letztlich musste Hermann dann mit der Couch/Sitzbank im Salon vorlieb nehmen, die sich aber sowieso im Lauf der Woche als sein Lieblingsplatz heraus stellte. Sobald es nämlich an kochen, spülen oder abtrocknen ging, das seiner Ansicht natürlich ausschließlich „Frauesache“ war, verschanzte er sich mit Bier hinter dem Tisch. Tja, nach einer kleinen Kennenlernrunde am Samstagabend stachen wir Sonntag, zum Glück nicht allzu früh, bei schönstem Frühlingswetter und leichter Brise in See. Im Laufe der Woche klapperten wir alle möglichen Häfen von Saint Tropez bis Port Cros, ein sehr hübscher Minihafen auf einer kleinen Insel mit Naturschutzgebiet, das allerdings schon bei Windstärke 8, ab. Tja, und an dieser Stelle wollen wir mal kurz zum Wetter und der entsprechenden Kleidung abschweifen. Die ersten Tage spielte das Wetter noch mit und auch wenn der Bikini nicht wirklich angesagt war, hatten wir doch schnell den Namen „Sundeckcrew“ weg (da wir als einziges Boot keinen Prüfling für die praktische Prüfung an Bord hatten, konnten wir die Sache etwas gemächlicher angehen lassen). Ab dem dritten Tag war es dann bedeckt und die letzten beiden Tage regnete es mal mehr mal weniger in Strömen. Glücklicherweise hatte Ebbe mir noch einen Segelanzug spendiert (eine Art Skianzug), der dann auch mit den in Freiburg erstandenen Gummistiefeln (blau-silber von Deichmann) zum Einsatz kam. Darunter trug ich immer zwei Paar Hosen und wahlweise 4 bis fünf Schichten T-Shirts, Longsleves und Pullover. Angenehm also. So segelten wir dann munter drauf los. Nach den ersten Abenden war dann die Stimmung an Bord auch ganz gut und wir entdeckten als mehr oder weniger einzige Gemeinsamkeit unseren Humor. Nachdem ich mit Hermann dann einmal, als wir auf das Thema Kindererziehung zu sprechen kamen, etwas aneinander geraten bin und meinem Ärger über sein ewig machohaftes Getue etwas Luft gemacht hatte kam ich auch mit ihm besser klar und es gelang mir seinen Schnauzer und die etwas widerlichen Tischmanieren zu ignorieren. Helga hörte mit der Zeit auch auf Andrea wie eine Schwerkranke zu behandeln („Soll ich Dir eine Birne schälen“, „Bleib sitzen, ich hol’s Dir“), so dass wir doch noch das eine oder andere Späßchen hatten. Zu guter letzt hab ich mir dann noch selber ein blaues Auge verpasst – dämliche Aktion meinerseits. Ich dachte ich könnte das Schiff, das schon kräftig vorwärts Fahrt aufgenommen hatte mit einer Leine an der Hand am Heck festhalten, was dann mit einem missglückten Stunt und dem Gesicht auf dem Rehlinggestänge endete. Fazit ein blaues Auge mit aufgeplatzter Haut auf dem Jochbein. Lecker. Der Drohung von Jürgens Seite irgendwo auf dem Schiff befände sich Nähzeug, hielt ich dann Stand und es ist auch schon gut abgeheilt. So kann ich dann auch mit Philippe unversehrt Richtung Thailand und Kambodscha aufbrechen, wo ich dann auf Nora und Anni treffen werde. Große Vorfreude!!
So meine Lieben, wünsche euch allseits eine gute Zeit und sende euch viele bisous aus Paris.
P.S.: Ich schreibe übrigens schon noch nebenbei meine Bachelorarbeit...

2 Comments:

Blogger Rasselbande said...

hallo hase,
danke, dass du dir die zeit für den fragebogen genommen hast und ihn zwischen segel-und flugreise abschicken konntest.
man, ich freu mich soooo für euch. jetzt seid ihr schon in thailand. habt eine schöne zeit und bis bald
willi

8:54 AM  
Blogger Rasselbande said...

warum bist du eigentlich nicht nach tenerife gesegelt???

12:31 PM  

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